Darauf kann man nicht verzichten
Der moderne Wohnhausbau wird durch die Energiesparverordnung (Aktuelle Ausgabe Oktober 2007) bestimmt. Die nächste Verordnung steht in 2009 schon an, mit der der Energieverbrauch nochmals um etwa 25 bis 30 Prozent reduziert werden soll. Konkret bedeutet das eine Niedrigenergiebauweise, ähnlich wie sie in den skandinavischen Ländern schon lange praktiziert wird. Durch eine hochwirksame Dämmung und eine dichte Außenhülle werden Energie und Kosten gespart. Der notwendige Luftaustausch auf herkömmliche Weise, also durch Fensterlüftung oder undichte Stellen im Gebäude, würde die erreichte Energieeinsparung zunichte machen. Die kontrollierte Wohnungslüftung hingegen vermeidet Lüftungswärmeverluste und spart Energie. Sie sorgt für den aus hygienischen und bauphysikalischen Gründen erforderlichen Luftwechsel und schafft ein rundum angenehmes und behagliches Wohnklima im ganzen Haus.
Fast 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir in geschlossen Räumen; beispielsweise zu Hause, bei der Arbeit, in der Schule, im Kino, Theater, Restaurant usw. Und nicht selten herrscht "dicke Luft", belastet durch störende Gerüche, Tabakqualm, Ausdünstungen von Möbeln, Heimtextilien, behandelten Oberflächen sowie Reinigungs- und Pflegemitteln. Die Folgen reichen bei steigender Belastung und zunehmendem Kohlendioxidgehalt vom Gefühl der Unbehaglichkeit bis hin zu abnehmender Konzentrationsfähigkeit oder sogar Kopfschmerz und Übelkeit etc.

Schon wenn sich zwei Personen (ruhend oder sitzend) länger als zwei Stunden in einem Raum mit geschlossenen Fenstern aufhalten, entsteht "dicke Luft". Die kontrollierte Wohnungslüftung sorgt dagegen für konstant angenehme Luftqualität.
(Quelle; VEW; Raum mit 40 m³)
Die kontrollierte Wohnungslüftung macht Schluss damit: Frische Luft strömt permanent und völlig zugfrei ein. Alle zwei Stunden ist die Luft im ganzen Haus ausgetauscht. Dabei wird auch überschüssige Luftfeuchtigkeit abgeführt und so die Bildung von Schimmelpilzen verhindert. Filter in den Zuluftventilen reinigen die Frischluft zuverlässig von Partikeln wie Pollen oder Staub, sogar der Lärm bleibt draußen. Angenehmer, behaglicher und bequemer als mit der kontrollierten Wohnungslüftung kann man kaum für frische Luft sorgen!
Saubere Energie
Rund 30 Prozent aller CO2-Emissionen werden durch unsere Raumheizungen verursacht. Um die angestrebten Energieeinsparungen - und damit weniger CO2-Emissionen - zu erreichen, muß der bauliche Wärmeschutz bei Gebäuden verbessert werden.
Aber auch trotz guter Wärmedämmung können hohe Wärmeverluste enstehen. Zum Beispiel wenn Fenster häufig geöffnet oder gekippt werden, um für Frischluft zu sorgen. Deshalb ist neben dem baulichen auch ein anlagentechnischer Wärmeschutz erforderlich, der aus zwei wesentlichen Komponenten besteht: der kontrollierten Lüftung und der Wärmerückgewinnung.
Die kontrollierte Wohnungslüftung verhindert die hohen Lüftungswärmeverluste und verbessert schon dadurch die Energiebilanz eines gut gedämmten Hauses. Aber das ist noch längst nich alles. Wenn die Lüftungsanlage durch ein Wärmerückgewinnungssystem ergänzt wird, kann sogar die in der Fortluft enthaltene Wärme genutzt werden. Denn diese Wärme ist pure Energie und lässt sich für die - berührungslose und unvermischte - Erwärmung der Zuluft oder für die Heizung und Warmwasserbereitung einsetzen.
Auf dem Markt sind mittlerweile eine ganze Reihe von Systemen für die kontrollierte Wohnungslüftung - mit oder ohne Wärmerückgewinnung - erhältlich. Durch ihren Einsatz wird wertvolle Energie gespart und weniger CO2 freigesetzt - eine saubere Lösung für unsere Umwelt!
Wohlige Wärme
Der Energiebedarf eines nach dem Niedrigenergie-Standard errichteten Hauses ist denkbar gering. Moderne Wärmerückgewinnungsanlagen können die meiste Zeit des Jahres für wohlige Wärme im ganzen Haus und angenehm warmes Wasser zum Duschen, Baden usw. sorgen.
Erst im Herbst und Winter kann zusätzliche Heizenergie erforderlich werden. Da die benötigte Restenergie relativ gering ist, reicht oft schon eine sehr klein dimensionierte Heizanlage aus. Dabei ist es unerheblich, ob sie mit Öl, Gas oder Strom betrieben wird - auf jeden Fall kann sie, bedingt durch das vorhandene Potential an zurückgewonnener Wärme - sehr sparsam und wirtschaftlich arbeiten.
Auch eine Ergänzung bzw, Kombination der kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung durch eine Luftheizung oder regenerative Energien, z. B. Sonnenkollektoren, Erdwärme usw. ist machbar. Entscheidend sind hier die baulichen Gegebenheiten und natürlich die Vorstellungen und Ansprüche des Bauherren. Ausführliche Informationen finden Sie unter unserer Literaturauswahl
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